Ein Blick zurück auf ein bewegtes Jahr 2025
- kubinastefan
- 30. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Dieses Jahr war mit Sicherheit eines der bewegtesten in meinem ganzen Leben. Mein Leben hat sich in beinahe allen Bereichen verändert und das in signifikantem Ausmaß. In diesem Jahresrückblick möchte mit euch teilen, was mir in der Reflexion aufgefallen ist und was vielleicht auch für euch spannend sein kann.
Wachstum/ Veränderung / Entscheidungen / Vertrauen / Kommunikation / Bewegung
Veränderung ist immer etwas unmittelbares, selbst wenn es lange geplant und vorbereitet war. In einem Moment ist es so, im nächsten ist es anders. Dieses Jahr hat damit begonnen, dass ich im Jänner meine Prüfung zum zertifizierten Achtsamkeits- und Resilienztrainer abgelegt habe und im März den Kurs abgeschlossen habe. Es war eine intensive Zeit, die ich erlebt habe, in der ich mich auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt habe, die mir davor verschlossen geblieben war. Ebenfalls Anfang des Jahres ist die Entscheidung gefallen, dass sich mein Lebensmittelpunkt von Wien nach Salzburg verschieben wird - nach immerhin 42 Jahren. Vorfreude, viel Vorbereitung und Planung und letztlich sehr viel Arbeit sind in diese Übersiedlung geflossen, die mich im Oktober nach Salzburg geführt hat. Und auch meine Karriere hat eine deutliche Wendung genommen. Nach 22 Jahren als Angestellter, habe ich mich entschieden den Sprung in die Selbstständigkeit zu versuchen und zu sehen, wohin mich das führt. Eine ganze Menge Veränderung für gerade einmal 365 Tage. Was habe ich in dieser Zeit gelernt, was ist mir an mir aufgefallen und was nehme ich mit aus dieser Zeit?

Achtsam entscheiden.
Ich durfte in diesem Jahr eine ganze Reihe von Entscheidungen treffen - wie auch all die Jahre davor. Allerdings mit einem kleinen aber feinen Unterschied, die Entscheidungen, die ich dieses Jahr getroffen haben, waren in der Regel etwas weitreichender. Es gab solche, die sind mir leichter gefallen und solche, die waren etwas schwieriger. Aber ich habe mich immer an einen Gedanken gehalten, den Ellen Langer in ihrem Buch "The mindfull body" ausführt. Sinngemäß: es ist nicht so wichtig die richtige Entscheidung zu treffen, sondern es ist wichtig die Entscheidung richtig zu treffen. Was meint sie damit? Oft überlegen wir zwischen all den vielen Alternativen hin und her, machen Plus/Minus Listen, bis uns der Kopf raucht, zerdenken die Optionen. Achtsam zu entscheiden heißt zu begreifen, dass nicht die Entscheidung ausschlaggebend ist, sondern wie wir mit den Folgen umgehen. Das schafft sehr viel Raum für Selbstwirksamkeit, der mir sehr geholfen hat.

Vertrauen in die Zukunft.
Wer sich in einen Zug setzt und in einen neuen Lebensabschnitt aufmacht, der hat aus meiner Sicht zwei Möglichkeit das zu tun: vertrauensvoll oder sorgenvoll. Ich habe mich entschieden das vertrauensvoll zu tun und ich habe mich darin geübt Vertrauen zu haben in die Zukunft. Das mag auf den ersten Blick etwas kontraintuitiv sein. Vertrauen hat man eben oder nicht und Sorgen sind doch oft genug zumindest ein bisschen gerechtfertig, oder nicht? Ich bin mir sicher und habe das auch an mir selbst beobachtet: Vertrauen kann geübt werden und sich keine Sorgen zu machen ebenso. Ereignisse sind per se nicht gut oder schlecht, die Wertung übernehmen wir selbst. Ob wir uns sorgen oder Vertrauen haben, liegt also in unserer Hand - oder mehr in unserem Kopf. Es gab in diesem Jahr viele Momente, in denen ich mir nicht sicher war, wie es weitergeht. Aber diese Unsicherheit ist der Normalzustand, zu glauben, wir könnten die Zukunft vorhersagen, ist eine Illusion. Also habe ich versucht vertrauensvoll in die Zukunft zu sehen. Und diese Perspektive schafft ebenfalls Selbstwirksamkeit, weil ich eben mit dem Gefühl an die Sache herangehe, dass alles gut wird.

Achtsam kommunizieren.
Veränderung ist immer auch Kommunikation. Wir sind, glücklicherweise, nicht alleine auf der Welt. Gerade wenn sich Routinen verändern, ist es wichtig sich in einem guten und fruchtbaren Austausch mit den Menschen zu begeben, die ebenfalls davon betroffen sind. Bei einem Umzug ist das das gesamte persönliche Umfeld. Gerade in Partnerschaften ist das von Zeit zu Zeit nicht ganz einfach. Warum? Weil jeder von uns eine Sicht auf die Welt hat und die für die Wahrheit hält. Ab und an stimmt das, ab und an haben wir einen Vogel - oder zwei. Wichtig ist zu erkennen, wann bin ich vielleicht näher an der Wahrheit, wann eben nicht. Das erfordert ebenfalls Übung, Übung darin sich nicht immer ganz so ernst zu nehmen, oder die Sicht von anderen mindestens genauso ernst zu nehmen. Im gemeinsamen Gespräch entsteht dann auch wieder eine geteilte Sicht auf die Welt und daraus können sich neue Routinen entwickeln.

In Bewegung bleiben
Ich weiß nicht, ob Körper und Geist eins sind, obwohl einiges dafür spricht. Was ich aber ganz sicher weiß: Körper und Geist beeinflussen einander. Wenn ich mich entscheide vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken, wie schon oben beschrieben, dann bedeutet das auf einer körperlichen Ebene, weniger Stress und mehr Ausgeglichenheit. Wenn ich mich entscheide, mich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen, dann wiederum schafft das ebenfalls Ausgeglichenheit und damit eine Ressource, um beispielsweise vertrauensvoll in die Zukunf zu blicken. Gerade in einer Zeit, in der viele Erledigungen anstehen, in der viel zu tun ist, bleibt aber Bewegung auf der Strecke, weil eben keine Zeit dafür ist. Ich habe dieses Jahr sehr bewusst anders gestaltet. Gleich wie viel gerade zu tun war, Bewegung war immer eingeplant und ich habe mich auch an diesen Plan gehalten. Es gibt natürlich keinen Beleg, dass das Jahr schlechter gelaufen wäre, wenn ich das nicht gemacht hätte, aber ich bin mir sicher, es wäre um einiges schwieriger gewesen.

Neues Zuhause
Ich bin angekommen, ich bin da. Eine Zeile, die vermutlich viele von, uns aus Meditationen, kennen. Dieses Jahr hat viele Veränderungen gebracht, die ich dank der genannten Punkte, gut in mein Leben integrieren konnte. Und so bin ich heute ein anderer und doch noch immer derselbe. Ganz in diesem Sinne freue ich mich auf das neue Jahr und schließe mit meinem Mantra: Möge ich umarmen, was auch immer kommt und daran wachsen.


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